Ich bin, was ich tue – Der Weg zum Ursprung

Ich bin, was ich tue – Der Weg zum Ursprung

Vom ersten Atemzug der Veränderung bis zur inneren Freiheit – eine Reise durch Praxis, Zweifel und Wiederbeginn.

Herzlich willkommen – schön, dass du da bist.

Ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll, also fange ich einfach am Ursprung an.


Ursprung & Name

Bevor ich beginne, möchte ich dir kurz erzählen, warum dieser Blog so heißt, wie er heißt – und warum das für mich mehr ist als nur ein Satz.

„Ich bin, was ich tue.“
Das ist für mich kein Spruch, sondern eine Haltung.

Im Chinesischen gibt es ein Wort, das diese Haltung fast noch präziser fasst: Ziran (自然) – was so viel bedeutet wie Natürlichkeit oder aus sich selbst heraus wirkend.

Schiller beschreibt in seinem Essay Über naive und sentimentalische Dichtung, dass Natur schön ist, weil sie aus sich selbst heraus entsteht.
Und genau das ist der Kern meiner Arbeit: Natürlichkeit nicht als Ideal, sondern als Zustand.
Nicht künstlich, nicht gewollt – sondern aus sich selbst heraus.

Das ist die Brücke zwischen Schiller und Qigong, zwischen westlicher Idee und östlicher Praxis.
Es ist das, was ich suche, lebe und lehre.


久行山中,终至古寺。
踰门阈,入庭院。
竹松轻摇,风自徐来。
泉声自远,云行天际。

„Nach langer Wanderung durch die Berge erreichst du schließlich das alte Kloster.
Über die Türschwelle der Pforte betrittst du den Innenhof – Bambus und Kiefern wiegen sich sanft im Wind.
Von irgendwo her plätschert Wasser, Wolken ziehen am Himmel vorbei.“

Bergpfad im Morgennebel
Nach langer Wanderung durch die Berge erreichst du schließlich das alte Kloster.

Die erste Begegnung

2013 war ich bei meinem Freund Uli. Später wurde er mein Lehrer und Mentor.
Mir ging es damals nicht gut. Nach einem längeren Gespräch stellte sich heraus: Reden half nicht.
Und dann kam spontan von Uli der Vorschlag: „Hast du Lust, mal Yoga auszuprobieren?“

Wir praktizierten etwa 40 Minuten – einfache Übungen, Atmung, Entspannung, Meditation.
Danach fragte er: „Was glaubst du, wie lange das gedauert hat?“
Ich sagte: „Vielleicht 20 Minuten?“
Er antwortete: „Es waren 40.“

Dieser Moment hat sich eingebrannt. Ich war frei, losgelöst, leicht – und plötzlich wieder gut gelaunt.
Das war die Erkenntnis: Ich kann selbst etwas verändern, wenn es mir schlecht geht.
Ohne äußere Hilfe, nur durch Bewegung, Atmung und Bewusstsein.
Das war mein erster Schlüssel zu einem glücklichen, gesunden, selbstbestimmten Leben.


Der Beginn einer Reise

Von da an begann meine Reise.
Ich besuchte regelmäßig Ulis Kurse, praktizierte zu Hause und brachte viel Körperliches aus meiner Arbeit beim Geologischen Dienst mit ein – Liegestütze, Kraftübungen, Atemarbeit.
Besonders das Meditieren wurde zu dem, was ich im Leben gesucht hatte: innere Stille und Klarheit.

Auf einmal war die Welt ruhig, und ich konnte mich auf das Wesentliche konzentrieren.
Ich fühlte mich frei – und begann, das weiterzugeben.
Ich wurde mehr der Mensch, der ich eigentlich sein wollte.

Mit der Zeit bemerkte auch Uli, wie ernst mir die Praxis geworden war.
Er sah, dass ich nicht nur Übungen machte, sondern dass etwas in mir arbeitete – still, aber konsequent.
Eines Tages sprach er mich an:
„Wenn du möchtest, kannst du tiefer einsteigen. Ich biete dir an, bei mir die Ausbildung zu beginnen.“

Es war kein offizielles Angebot, kein großer Moment.
Eher eine beiläufige Geste – aber sie hat alles verändert.
Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass jemand in mir etwas sah, das ich selbst nur ahnte.


Lernen, wachsen, verstehen

Klosterhof mit Bambus und Kiefern im Wind
Über die Türschwelle der Pforte betrittst du den Innenhof – Bambus und Kiefern wiegen sich sanft im Wind.

Ich wusste nicht, was Qigong war.
Er sagte nur: „Es ist ähnlich wie Yoga – es wird dir gefallen.“
Also begann ich.

Eine Ausbildung wurde zu mehreren: Yoga, Qigong, Tai Chi, Daoyin Yangsheng Gong.
Ich tauchte tief ein – in Körper, Geist und Lehre.
Bis 2020 hatte ich mein Ausbildungsprogramm abgeschlossen.

„I am the stone; when thrown into the river, I create waves.“

Diese Zeile beschreibt, was damals mit mir geschah.
Jede Ausbildung, jede Bewegung, jedes bewusste Atmen war wie ein Stein, der ins Wasser fällt –
Wellen, die sich ausbreiten, nach innen und nach außen.

Diese Jahre waren geprägt von Disziplin, Hingabe und Neugier.
Jede Praxisform brachte eine neue Dimension von Körperbewusstsein, Achtsamkeit und Verbindung hervor.
Ich lernte, Strukturen zu verstehen – und gleichzeitig, mich in ihnen zu bewegen.


Wandel & Verlust

Himmel mit ziehenden Wolken über Wasser
Von irgendwo her plätschert Wasser, Wolken ziehen am Himmel vorbei.
Dann kam eine Phase der Brüche. Private Veränderungen –
und schließlich der Missbrauchsskandal bei Sivananda Yoga.
Plötzlich war alles, was ich geliebt hatte, in Frage gestellt.
Ich konnte mich mit dieser Praxis nicht mehr identifizieren.
Der innere Kompass, der mich getragen hatte, war weg.

Doch auch das war Teil des Weges.
Uli hatte mir einmal gesagt, dass er selbst Jahre nicht praktiziert habe –
und dass gerade diese Distanz ihn tiefer verstehen ließ, warum Praxis für ihn so wesentlich ist.
Das hat mich beruhigt.
Ich versuchte immer wieder, anzuknüpfen, fand aber keinen Zugang mehr.
Bis jetzt.


Ein neuer Weg

Heute gehe ich meinen Weg anders – locker, flexibel.
Ich kombiniere alles, was sinnvoll erscheint: Yoga, Qigong, Tai Chi, Meditation, Achtsamkeit, Bewegung mit Kettlebells oder einfach bewusstes Atmen beim Gehen.
Ich nehme, was wirkt.
Denn ich bin, was ich tue – und genau das unterrichte ich: Werkzeuge für ein glückliches, friedliches, selbstbestimmtes Leben.

Hier darfst du also mit Themen rechnen, die konventionell und unkonventionell zugleich sind:
Über klassisches Hatha-Yoga und seine historischen Wurzeln, über Qigong und Daoismus,
über die Verbindung von Yoga, Buddhismus und chinesischen Systemen.
Aber auch über Ernährung, Achtsamkeit, seelisches Gleichgewicht, Selbstentwicklung und Lebensgestaltung.


Erfahrung, Erkenntnis, Weitergabe

Durch all die Erfahrungen, die ich gesammelt habe – schöne wie schmerzvolle –
steht mir heute ein breites Spektrum zur Verfügung.
Die Summe dieser Erfahrungen ist das, was ich hier ausdrücke.
Vielleicht findest du darin etwas, das dich berührt oder dir weiterhilft.

Mein Ansatz ist pragmatisch, aber tief:
Lernen, sich selbst wiederzufinden, und Werkzeuge zu schaffen, die im Alltag wirklich funktionieren – einfach, anwendbar, klar.
Was soll ich wann tun, warum ist das so, und wie hilft es mir?

Der ursprüngliche Impuls – der Funke, mit dem alles begann – ist wieder da.
Das Werkzeug für ein friedliches, freies Leben liegt nicht in einer bestimmten Tradition, sondern im Kern des Tuns selbst.
Darum geht es hier.


Ausblick

Also: Sei gespannt auf eine mutige Reise – in eine Richtung, die auch für mich noch offen ist.
Danke für deine Aufmerksamkeit – und viel Freude beim Lesen und Entdecken.